Zwei Tage, Zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen

Ich hatte das Glück, vor ein paar Wochen ein Frei-Leseexemplar des Jugendromans Zwei Tage, Zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen von Angela Mohr zugeschickt bekommen zu haben. Obwohl der Einstieg für mich ein bisschen schwierig war, hat sich der Roman als sehr nachdenklich und insgeheim als eine Liebeserklärung an das Leben herausgestellt…

Bildschirmfoto 2016-08-13 um 23.09.16

In dem Buch geht es um die beiden Jugendlichen Nik (Nikita) und Aino. Nik will eigentlich nur vor den Leuten, die hinter ihm her sind abhauen und nimmt deshalb den erstbesten Zug, den er bekommt – ohne Fahrschein. Kurz bevor er vom Schaffner erwischt werden kann, wird er von einem schwarzhaarigen Mädchen im blauen Polohemd mit rotem Rucksack gerettet. Aus Höflichkeit bleibt Nik bei ihr um sich so zu bedanken und erfährt dadurch, dass das Mädchen, Aino, stumm ist. Von ihrem Auftreten und ihrer Stummheit gepackt, will Nik sie erstmal nicht verlassen. Als dann auch noch der Zug ausfällt stranden die beiden in einem kleinen Dorf mitten in der Pampa. Nik versucht mehr über Aino herauszufinden und erfährt dadurch, dass Aino unterwegs in die Schweiz ist, um den Rest ihres Lebens in einem Schweigekloster zu verbringen. Geschockt schließt er mit ihr einen Pakt: Er bekommt 48 Stunden Zeit um dem Mädchen zu zeigen, wie lebenswert das Leben ist…

Der Anfang des Romans war für mich insofern schwierig, dass ich erstmal mit dem Schreibstil im Buch warm werden musste. Es sind sehr kurze, abgehackte Sätze und der Sprachstil ist manchmal etwas merkwürdig, aber man gewöhnt sich daran. Außerdem gibt es im Buch zwei Sichtweisen: Die von Aino und die von Nik, wobei die von letzterem überwiegen. Bei beiden gibt es auch noch so etwas wie eine zweite Persönlichkeit. Bei Nik heißt diese Captain, er fungiert als sein Unterbewusstsein und gibt ihm in brenzligen Situationen Tipps oder kommentiert Niks Lage. Zu Beginn kann einem das etwas schizophren vorkommen, aber wie schon erwähnt: man gewöhnt sich dran. Bei Aino gibt es auch diese zweite Persönlichkeit, allerdings in einer anderen Form. Sie selbst erzählt sich immer wieder die Geschichte der Altaikriegerin, die sich aufmacht um einen bösen Dämon zu besiegen. Durch das Buch hindurch merkt man dann, dass diese Altaikriegerin Aino selbst repräsentiert, die gegen ihre Erlebnisse, Geheimnisse und Ängste ankämpfen will. Zum eigentlichen Schreibstil der Autorin muss man sagen, dass sie sehr tiefgründige und auch leicht philosophische Gedanken in das Buch eingebunden hat, die einen echt berühren. Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

„Ich bin allein. Wir sind allein, jeder für sich: kalte Meteoriten, die durch ein kaltes Universum taumeln. Wir suchen und suchen nach einem Sinn in dem <ganzen, aber die Wahrheit ist: Es gibt keinen Sinn.“ ∼ Aino

Das Buch besteht aus vielen kleinen Erlebnissen, die Aino und Nik miteinander teilen und man kann eigentlich das Buch am Ende nur als eine Liebeserklärung an das Leben beschreiben. Das Buch richtet sich meiner Meinung zwar hauptsächlich an Jugendliche, aber kann auch von jeder anderen Person gelesen werden, die etwas gewillt ist sich mit dem Jugendjargon im Buch auseinanderzusetzen.

Letzter Punkt: Das Cover. Finde ich eigentlich sehr gut gestaltet, weil es auf eine Szene im Buch hindeutet und die Freiheit und die Lebenslust der beiden am Ende des Buches verdeutlicht. Echt toll gemacht.

Mein Fazit:

  • kleine Anfangsschwierigkeiten, sonst: gut – sehr gut zu lesen
  • tiefgründige und einen nachdenklich stimmende Gedanken im Buch
  • verschiedene Sichtweisen + zweite Persönlichkeiten
  • sehr gutes Cover

Sehr schöne Jugendliteratur, die einen zum Nachdenken bringt und sich ins Gedächtnis brennen wird

→ Buch auf Lovelybooks

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