Die Schande der Lebenden

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Als Krimi für September habe ich dieses Mal einen neuen Roman vom britischen Kriminalautor Mark Billingham ausgesucht. Grund dafür war, dass ich das Thema Mord in Verbindung mit Suchtkranken noch nicht kannte. Wie mir das gefallen hat könnt ihr hier lesen…

Im Buch werden zwei Handlungsstränge verfolgt: Die Vergangenheit und die Gegenwart. In der Vergangenheit treffen sich die Gruppenmitglieder einer Suchttherapie jeden Montag im Haus des Therapeuten Tony De Silva. Alle können grundverschiedener gar nicht sein und alle streiten sich sehr oft. Dazwischen steht dann wieder der Therapeut. Er selbst lebt mit seiner Familie – die Tochter Emma, die selber Marihuana raucht und die Frau Nina, die eigentlich die Hosen in der Beziehung an hat – in einem Haus, mitten in einem der prächtigeren Wohnviertel Londons, finanziert durch das Vermögen der Ehefrau. Jeder der Teilnehmer und auch Tony selbst lebt so mit seiner Unzufriedenheit und seiner Scham. In der Gegenwart begleitet man hauptsächlich Nicola Tanner, eine Kommissarin des Londoner Polizeipräsidiums und bekommt mit, wie diese eine zwei Wochen alte Leiche in einem kleinen Appartement finden. Man weiß, dass es einer aus der Therapiegruppe ist, man weiß es war Mord und…einer von den Gruppenmitgliedern war der Mörder…..

Was mir besonders gut gefallen hat, waren zum einen die verschiedenen Perspektiven und zum anderen die Kapitelaufmacher „Hier“ und „Jetzt“.  Es ist wie eine Art Katz-und-Maus Spiel, denn während die Polizei in der Gegenwart forscht, bekommt man immer einen Ticken bevor ihnen in der Vergangenheit gezeigt, was sich ereignet hat. Was ich auch sehr gut fand, war, dass die Frage, wer das Opfer ist erst sehr spät, genauer gesagt erst am Ende des ersten Teils von den dreien, in die das Buch aufgeteilt ist, erfährt. Billingham schafft somit eine Spannung und fordert den Leser auf unbedingt weiterzulesen, um es herauszufinden. Sein allgemeiner Schreibstil konnte mich zwar nicht wirklich fesseln, aber er war ganz in Ordnung insofern, dass ich das Buch in größeren Stücken gelesen habe und mich nicht hindurch quälen musste. Denn durch die Thematik mit den Gruppensitzungen und Suchterkrankungen gibt es sehr viel theoretisch belastete Stellen. Auch die Charaktere haben alle sehr anstrengende Persönlichkeiten und manipulierende Arten, die einen manchmal ziemlich langweilen und abschrecken. Das Ende hat mir sehr gut gefallen, weil es einfach untypisch für einen Kriminalroman ist und einen insofern meiner Meinung nach positiv überrascht, da es nicht wirklich voraussehbar ist.

Das Cover habe ich bis jetzt noch nicht verstanden. Ich weiß in keinster Weise, was der Fuchs mit dem Thema/ der Handlung im Buch zu tun haben soll, wieso er ganz in grün ist oder sonstiges. Deshalb muss ich leider sagen, dass es bei mir durchgefallen ist und ich denke, dass man sich etwas Kreativeres hätte ausdenken können.

Mein Fazit:

  • untypischer Schreibstil für einen Krimi (positiv)
  • teilweise langweilige und theoriereiche Kapitel
  • teilweise anstrengende Charaktere
  • toller Perspektiven Wechsel
  • tolle Kapitelaufmachung

Zwar ein eher untypischer Krimi mit gutem Handlungsstrang, der jedoch in der Umsetzung und der Darstellung der Charaktere ein bisschen mehr ausbauen hätte können.

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