Der falsche Inder

Khider_ADer_falsche_Inder_159871.jpg

Vielleicht kennt das ja der Ein oder Andere: Jedes Jahr muss man auf jeden Fall ein Buch im Deutsch Unterricht lesen. Unsere Deutsch-Referendarin hat dieses Jahr das Buch „Der falsche Inder“ von Abbas Khider ausgesucht. Bisher war es immer so, dass ich die Bücher, die wir von der Schule aus gelesen haben nicht mochte, aber das waren auch die Klassiker wie zum Beispiel „Kleider machen Leute“ oder „Götz von Berlichingen“. Dieses Buch fällt nun aus dem Muster, aber mag ich es deshalb? Mehr dazu hier…

Das Buch beginnt mit Abbas Khider selbst, der in einem Zug nach München sitzt, neben ihm liegt ein brauner Umschlag mit einer arabischen Schrift darauf, der Titel: Erinnerungen. Er ringt mit sich, ob er den fremden Umschlag öffnen soll oder nicht,, aber schlussendlich öffnet er ihn. Im Umschlag befindet sich ein Manuskript und Khider beginnt zu lesen. Der Autor des Manuskriptes heißt Rasul Hamid und wuchs in Bagdad, der Hauptstadt des Iraks auf. Doch obwohl er gebürtiger Iraker war, sah er für viele nicht so aus, die meisten dachten er wäre Inder. Rasul Hamid hatte mehrerer Brüder und zwei Schwestern und erlebte schon damals viele Kriege, die das Land zeichneten. Jedoch entdeckt er bald seine Leidenschaft für das Schreiben von Gedichten, welche meist von schönen Frauen angefacht wird. Als junger Erwachsener wird er von der Regierung gefangen genommen und verbringt ein Jahr im Gefängnis, darauf hin beschließt er den Irak zu verlassen und in Richtung Europa zu fliehen. Seine Reise geht durch Jordanien, Ägypten, Lybien, die Türkei und Griechenland, doch danach endet sie in Deutschland, wo er dann auch studiert und als anerkannter Flüchtling lebt. Seine Flucht wird während des Buches aus acht verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, jedesmal mit einem bestimmten Thema, wie zum Beispiel Wunder: Also schildert der Autor jedes Wunder, welches ihm auf seiner Reise begegnet ist.

Ich fand die Beschreibung der Flucht echt gut gelungen und es war auch wirklich interessant die Geschichte eines Flüchtlings zu hören, der vor diesem riesigen Flüchtlingsstrom 2015 hier her gekommen ist. Besonders der Schreibstil, den ich vorher noch gar nicht kannte, mit den verschiedenen Blickwinkeln auf die ein und die selbe Geschichte war wirklich gut. Er beschreibt sehr detailliert und bringt dem Leser sehr gut die Atmosphäre einer solchen Flucht rüber, er erklärt einem ganz beiläufig, wie schlimm es sein kann in einem Land zu leben, in dem man keine Meinungsfreiheit und keine Kritik ausüben darf. Auch der Aspekt, dass ich mehr von der Kultur im nahen Osten kennen gelernt habe, hat mir sehr gut gefallen. Leider gab es dann aber auch ein paar Mängel: Der Autor beschreibt, vor allem zu Beginn des Buches, die Frauen auf eine Weise, die ich abstoßend finde, als wären sie nur irgendein Tier, kein Mensch. Außerdem waren dann wieder manche Kapitel am Ende ein wenig verwirrend und unlogisch.  Insgesamt ist mein Eindruck eher zwiegespalten: Einerseits wirklich gut, aber andererseits abstoßend. Aber dafür, dass es ein Buch ist, dass ich in der Schule lesen musste war es ganz okay.

Zum Cover: Zeigt zwar die ganzen Länder, durch die Rasul Hamid (oder auch Abbas Khider) gereist ist, aber es würde mich in der Buchhandlung nicht dazu bewegen, dass ich es in die Hand nehme und vielleicht auch kaufe. Es sieht einfach zu sehr nach Schulliteratur aus (was es ja auch ist XP).

Letztendlich bekommt das Buch von mir 3 Sterne, da es ganz okay war, aber nun wirklich nicht überragend…

→ Buch bei Lovelybooks

→ Buch bei Amazon

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s